Mein Weg in die Welle

Windsurfen war für mich nie ein Sport, der um Wettkampf, Zeiten oder Leistung kreist. Das war Handball in meiner aktiven Zeit. Windsurfen war immer mein Ausgleich — etwas, das ich ganz für mich mache. Draußen sein. Wind fühlen. Auf dem Wasser stehen. Momente erleben, die still sind und gleichzeitig voller Energie.

Vor etwa sechs Jahren habe ich angefangen, mich mehr in die Welle zu bewegen. Zuerst ganz vorsichtig. Die Bilder aus Magazinen und Videos zeigen meist Profis, die mühelos Turns in die Wellen-Lippe carven. Aber genau das war das Problem: Kaum jemand spricht über die Zwischenschritte, über das Rantasten, über die Sessions, in denen man nicht gleich gekonnt und sicher durch den Shorebreak gleitet. Das ist beeindruckend, aber es lässt wenig Raum für die alltäglichen Schritte, Zweifel und kleinen Fortschritte, die viele von uns auf dem Weg in die Welle machen. Etwas zwischen den klassischen Surfmagazinen und den Social-Media-Clips der Pros.

Ich habe lange nach Formaten gesucht, in denen genau das Thema ist. In den bekannten Formaten habe ich mich lange nicht wirklich wiedergefunden. Bei Mario Kümpel und Nico Prien geht es vor allem um Slalom und Race — spannende Themen, aber eben nicht mein Fokus. Und auch auf Plattformen wie DailyDose.de gibt es zwar Beiträge zur Waveszene in Deutschland, aber häufig werden dort Bilder und Sessions auf sehr hohem Niveau gezeigt. Das www.surf-forum.com ist aus meiner Sicht ebenfalls eher Race-lastig, vereinzelt gibt es Beiträge in den Fragen zu Wave-Setups thematisiert werden. Unter www.surf-magazin.de gibt es ebenfalls hin und wieder mal Beiträge, aber verständlicherweise haben sie einen breiteren Ansatz.


Kleine Schritte, große Wirkung

Am Anfang stand für mich nicht der Bottom Turn, sondern schlicht die Frage: „Wie komme ich durch den Shorebreak, ohne dass es mich komplett zerlegt?“

Ich erinnere mich an viele Sessions, in denen ich am Strand stand, auf die Wellen geschaut und mich nicht getraut habe. Das Material lag startklar bereit, der Wind war gut – und ich blieb trotzdem stehen. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil ich die Bedingungen nicht einschätzen konnte.

Oft bin ich dann zurück zum Brouwersdam gefahren. Flachwasser, vertraut, sicher. Aber eines Tages bin ich in Ouddorp geblieben. Und rausgefahren. Es war keine perfekte Session – aber es war der Moment, in dem aus Zuschauen Machen wurde.


Menschen machen den Unterschied

Einer der schönsten Aspekte beim Windsurfen in der Welle sind die Begegnungen.
Man sieht sich, man kennt sich, man achtet aufeinander – auf dem Wasser und am Strand. Kein großes Gerede, aber ein kurzer Blick, ein Nicken, manchmal ein Lächeln. Dieses Gefühl, nicht allein da draußen zu sein, ist viel wert.


Warum dieser Blog

Ich möchte hier keine perfekten Anleitungen geben. Ich möchte teilen, wie es sich anfühlt, diesen Weg zu gehen – vom ersten Schritt durch den Shorebreak bis zum ersten sauberen Turn auf der Welle. Und dazu:

  • Spotguides, wie ich sie selbst gern gelesen hätte.
  • Erfahrungen, die nicht nur die „guten Tage“ zeigen.
  • Kleine Learnings, die mir geholfen haben, besser zu werden
  • Links zu Videos und Content, der auch mir weitergeholfen hat oder den ich einfach nur cool finde, wie z.B. der Youtube-Kanal von Paul van Bellen

Wenn du Windsurfer:in bist, auf Flachwasser und Kabbel sicher unterwegs und mit dem Gedanken spielst, in die Welle zu gehen — dann ist dieser Blog vielleicht genau das, was dir bislang gefehlt hat. Und melde dich gerne wenn Du Fragen hast oder kommentiere.


Christian

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