Ein Tag in Wijk: Zu optimistisch, zu faul – aber trotzdem glücklich

Heute war’s endlich mal wieder soweit: Wijk aan Zee. Das erste Mal seit Anfang des Jahres war ich wieder dort Windsurfen – und überhaupt das erste Mal seit drei Wochen wieder auf dem Wasser. Davor war ich noch vier, fünf Tage in Dänemark unterwegs, aber seitdem habe ich es, trotz der guten Windlage, einfach nicht geschafft. Entsprechend groß war die Vorfreude.

Die Vorhersage sah vielversprechend aus, vor allem was die Windrichtung anging. Ich schaue meistens bei Windfinder und Windguru, und gerade bei Windguru sind die lokalen Modelle für Holland meistens ganz okay. Diesmal hat’s aber leider nicht gepasst. Die Windstärke schwankte je nach Modell – aber das ist ja fast schon Standard.

Ankunft und Aufbau

Als ich ankam, hat’s leicht geregnet. Auf dem Parkplatz war noch nicht viel los – grauer Himmel, ein paar Vans, aber keine bekannten Gesichter. Ich war optimistisch, also habe ich nur das kleine Board und das 4.7er Segel rausgeholt.
Andere um mich herum bauten 5.0 oder 5.3 auf, aber ich dachte mir: Der Wind zieht schon noch an.
Tja. Ich war einfach zu optimistisch.

Auf dem Wasser

Der Wind war deutlich schwächer als gedacht. Draußen reichte das 4.7er so gerade, aber es war einfach nicht besonders angenehm. Die Wellen waren klein, der Shorebreak flach – also eigentlich alles easy – aber trotzdem irgendwie nervig. Kein richtiger Flow, kein richtiger Druck, und man hatte ständig das Gefühl, dass es gleich besser werden müsste … wurde es aber nicht.

Im Nachhinein wäre das perfekte Setup wohl 4.7 oder 5.3 mit meinem größeren Board – 108 Liter statt 92 Liter – gewesen. Damit wäre das Rauskommen sicher entspannter gelaufen. Aber ich war zu faul, das größere Board auszupacken – oder eben zu optimistisch, dass es auch so passt.

Trotzdem merke ich, dass ich in solchen Bedingungen viel ruhiger geworden bin. Früher hätte mich das genervt, heute nehme ich’s einfach, wie’s kommt. Irgendwie ist das auch Windsurfen: nicht immer perfekt, aber immer echt.

Was ich mitnehme

  1. Optimismus ersetzt kein größeres Board.
  2. Faulheit kostet manchmal Spaß.
  3. Manchmal ist’s besser, einfach trotzdem rauszugehen.

Sonne, Trubel und kurze Tage

Am Nachmittag kam dann endlich die Sonne raus. Nach dem grauen Start war das fast schon ein kleiner Stimmungsumschwung. Aber durch die Zeitumstellung wird’s jetzt eben früh dunkel – plötzlich ist die Session vorbei, kaum dass sie richtig angefangen hat.

Und als die Sonne da war, wurde’s richtig voll. Winger, Windsurfer, Kiter – alles durcheinander. Ich glaube, ich habe Wijk aan Zee noch nie so überlaufen erlebt. Eine Welle zu kriegen war Glückssache – meistens war schon jemand drauf, bevor du überhaupt ansetzen konntest.

Fazit

Am Ende war’s trotzdem ein richtig schöner Tag. Frische Luft, Sonne, Wasser – und das Gefühl, wieder auf dem Board zu stehen.
Das Setup war nicht perfekt, der Wind auch nicht, aber das ist egal. Man war draußen, hat sich bewegt und einfach mal wieder den Kopf freigekriegt.
Und alles andere – naja, Luxusprobleme, wenn man sagen kann: „Ich war heute Windsurfen.“

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